Presse

Oberursels Trinkwasser-Versorgungsleitungen sind bleifrei

(vom 29.01.2014)

Zum 1. Dezember 2013 wurde der Grenzwert für Blei im Trinkwaser auf 10 Mikrogramm je Liter herabgesetzt. Ziel ist es, die Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor einer gesundheitsschädlichen Aufnahme von Blei mit dem Trinkwasser zu schützen. Dies wurde bereits in der Trinkwasserverordnung 2001 festgelegt. Die Übergangszeit sollte Wasserversorgern und Hausbesitzern die Möglichkeit geben, die notwendigen Anpassungen im Verteilungsnetz und in den Hausinstallationen vorzunehmen, denn bis etwa 1973 wurden Trinkwasserleitungen in Deutschland unter anderen auch aus Bleirohren erstellt.

Die Stadtwerke Oberursel (Taunus) GmbH verlegen seit den 90iger Jahren ausschließlich Polyethylen-Leitungen (PE-Leitungen), zuvor wurden Hausanschlussleitungen aus Stahl, Guss - oder eben vor den 70iger Jahren - teilweise aus Blei verlegt. Blei hatte sich damals als flexibles und langlebiges Material bewährt. Die Aufnahme von Blei ins Trinkwasser in einer gesundheitsschädlichen Größenordnung für den Menschen war damals noch nicht bekannt.

Nach und nach haben die Stadtwerke Oberursel Bleileitungen durch PE-Leitungen ersetzt und seit 1. Dezember 2013 sind die insgesamt 206 Kilometer Trinkwasserleitungen in Oberursel, die den Stadtwerken bekannten sind, bleifrei.

Detaillierte Analysedaten des Oberurseler Trinkwassers sind abrufbar unter www.stadtwerke-oberursel.de

Bleileitungen in Hausinstallationen

Dennoch kann es sein, dass Trinkwasserrohre in der Hausinstallation in einigen Oberurseler Häusern noch aus Blei sind. Damit die Bewohner sicher sein können, dass keine Bleirohre mehr in der Hausinstallation verbaut sind, empfehlen die Stadtwerke folgende Maßnahmen:

  • Befragung des Hauseigentümers
  • Kontrolle der sichtbaren Leitungen, z.B. im Keller vor und hinter dem Wasserzähler (Bleileitungen sind im Gegensatz zu Kupfer- oder Stahlleitungen weicher. Sie lassen sich mit einem Messer leicht einritzen oder abschaben und erscheinen silbergrau.)
  • Hinzuziehen eines Fachbetriebs des Sanitär- und Heizungshandwerks
  • Messung des Bleigehalts im Wasser durch ein Wasserlabor

Hintergrundinformationen zu Blei im Trinkwasser

Warum ist Blei gesundheitsschädlich?

Laut dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft ist vor allem die schleichende Belastung durch regelmäßige Aufnahme kleiner Bleimengen, die man nicht merkt, gesundheitlich bedeutend. Sie beeinträchtigt die Blutbildung und Intelligenzentwicklung bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Besonders empfindlich auf Blei reagiert das sich entwickelnde kindliche Nervensystem. Beim Erwachsenen wird Blei ausgeschieden oder in den Knochen eingelagert. Es kann von dort aber während Phasen erhöhten Stoffwechsels (z.B. während der Schwangerschaft) wieder ins Blut gelangen. Dies erklärt, warum neben Ungeborenen und Kleinkindern auch junge Frauen und Schwangere besonders vor einer Aufnahme von Blei geschützt werden müssen.

In welchen Häusern können noch Bleirohre sein?

Häuser, die vor 1973 gebaut wurden, könnten betroffen sein.

Was ist zu tun, wenn feststeht, dass Ihr Trinkwasser mehr Blei erhält als gesetzlich erlaubt ist?

Dann ist zu klären, ob die erhöhten Bleiwerte durch die Hausanschlussleitung oder durch die Hausinstallation hervorgerufen werden. Für die Hausinstallation ist der Hauseigentümer verantwortlich. Die sicherste Maßnahme, um den Bleigrenzwert im Trinkwasser zuverlässig einzuhalten, ist der Austausch noch vorhandener Bleirohre. Darüber sollten Sie mit Ihrem Hauseigentümer sprechen.

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