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Spannender Girls Day bei den Stadtwerken

(vom 28.04.2017)

Insgesamt elf Schülerinnen nutzen den "Mädchen-Zukunftstag", um Einblicke in typische Männer-Berufe zu erhalten.

Im TaunaBad Oberursel lernten sie den Bäderbetrieb auch hinter den Kulissen kennen.

Im Technischen Betriebshof der Stadtwerke erfuhren sechs Schülerinnen, wie der Arbeitsalltag eines Gas- und Wasserinstallateurs aussieht und im Bereich Planung und Leitungsdokumentation lernten sie den Beruf Vermessungsingenieur kennen.

Nachdem die Mädchen einen Überblick über die Geschäftsfelder der Stadtwerke Oberursel erhielten, lernten sie den Praxis-Alltag kennen: Sie schauten sich am Computer die Planung von Gas- und Wasserleitungen an und machten sich so ein Bild, welche Arbeiten notwendig sind, um solche Leitungen zu verlegen. Anhand einer so genannten Satellitenvermessung arbeiteten alle Schülerinnen unter Anleitung von Vermessungsingenieur Sven Kleinschmidt selbst mit einem GPS-Vermessungsgerät. Das fanden die Schülerinnen sehr faszinierend.

Danach bearbeiteten die Mädchen das Thema Wassergewinnung und besichtigten die Entsäuerungs- und Wasseraufbereitungsanlage Hohemark sowie einen Wasser-Hochbehälter in unmittelbarer Nähe. Die Überprüfung und Kontrolle der Wasserqualität standen hier im Vordergrund. „Ich habe heute gelernt, dass ich das Wasser aus der Leitung bedenkenlos trinken kann, da die Wasserqualität hier in Oberursel sehr gut ist und permanent kontrolliert wird“, meint Marie-Christin Münch.

Im TaunaBad Oberursel lernten fünf Schülerinnen das Berufsbild des Fachangestellten für Bäderbetriebe kennen und erhielten einen Einblick in den Tagesablauf eines Berufes, den die meisten nur als Schwimmmeister oder Bademeister kennen. Willi Köhl, Meister für Bäderbetriebe im TaunaBad, zeigte den Schülerinnen zunächst die unterschiedlichen haustechnischen Gewerke der Schwimmhalle, welche mit modernster Technik ausgestattet ist. Dabei lernten die Mädchen verschiedene technische Anlagenb wie die Lüftungsanlage, die Wasseraufbereitungsanlage (Filteranlage), die Heizungsanlage, die Chlorungsanlage und die Trinkwarmwasseraufbereitungsanlage für das Duschwasser kennen. Anschließend nahmen sie eine Wasserprobe und ermittelten die Wassertemperaturen der drei Schwimmbecken.

Sehr spannend fanden die Mädchen die Erläuterungen zu den Vorbereitungen im Freibad, steht doch die Eröffnung der Freibadsaison im TaunaBad im Mai bevor. Die so genannte Auswinterung ist abgeschlossen und das Becken bereits mit Wasser gefüllt, damit es sich während der Sonnenstunden erwärmt und nicht mehr so stark aufgeheizt werden muss.

Die Mädchen lernten auch die Anforderungen an die betriebliche Wasseraufsicht kennen und begleiteten einen Fachangestellten für Bäderbetriebe bei der Arbeit. Im Foyer des TaunaBades erlernten sie einige Kassenfunktionen und begleiteten die Hausdame bei ihrem Rundgang durch die Umkleide sowie beim Ausspritzen der Duschen und Toilettenräume.

Die insgesamt elf Schülerinnen, die derzeit die 6. bis 8. Klasse besuchen, fanden den Girls‘Day bei den Stadtwerken Oberursel sehr spannend und beeindruckend: „Wenn ich nach diesem Tag zu Hause den Wasserhahn aufdrehe, werde ich an das Rohrleitungsnetz der Stadtwerke denken – und weiß jetzt sogar, wie dieses geplant und gebaut wird“, so Kaja Simons. „Ich werde bei meinem nächsten Besuch im TaunaBad an die gesamte Technik denken, die notwendig ist, damit wir Besucher sauberes und warmes Wasser im Schwimmbecken haben“, meint Lilli Rosa Falk. 

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Funke über den gelungenen Tag: „Es freut mich, dass auch in diesem Jahr wieder Schülerinnen interessiert am Girls‘Day der Stadtwerke teilgenommen haben. Vielleicht haben wir ja sogar bei einigen durch erste Einblicke in technische Berufe einen Impuls für ihre persönliche Zukunft gegeben“. 

Hintergrundinformationen

Der „Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag“ findet seit 2001 jährlich im April statt und ist das weltweit größte Berufsorientierungsprojekt speziell für Mädchen. Schülerinnen der fünften bis zehnten Klassen machen Schnupperpraktika in Berufen, in denen vorwiegend Männer arbeiten, probieren sich in Workshops zu Naturwissenschaften und Handwerk aus und lernen Frauen in Führungspositionen kennen.

In Deutschland wird der Girls’Day gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Deutschland. Der Mädchen-Zukunftstag wird vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. auf Bundesebene koordiniert.

Mit der aktiven Teilnahme sollen die Mädchen motiviert und ermutigt werden, sich für eine qualifizierte Ausbildung oder ein Studium in derzeit noch „frauenuntypischen“ Berufsfeldern, insbesondere in Technik, IT, Handwerk, Ingenieur- und Naturwissenschaften, zu entscheiden.

Matthias Robetje, Mitarbeiter des Technischen Betriebshofes, erklärte den Schülerinnen die Messeinrichtung eines Trinkwasser-Hausanschlusses. Sie legten selbst Hand an und tauschten die Wasseruhr aus.
Willi Köhl, Meister für Bäderbetriebe, erklärte Paula Fiedler, Olivia Kirchhoff, Amelie Fiedler, Antonia Botte und Lilli Rosa Falk (von links) die Badetechnik in der Schwimmhalle des TaunaBades.
Fotografin: Elke Liedtke
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