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Erweiterung der Entsäuerungsanlage Hohemark

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(vom 22.08.2018)

Die Stadtwerke Oberursel (Taunus) GmbH hat nach der Durchführung einer Studie im Jahr 2011 die Entscheidung getroffen, die Entsäuerungsanlage (ESA) Hohemark im Haidtränktal, wo die Stadtwerke Oberursel 80 Prozent des an die Oberurseler Kunden verteilten Trinkwassers gewinnen, zu erweitern. Mit dem Erweiterungsbau wurde im Mai 2017 begonnen.

Im Rahmen der Baumaßnahmen zur Erweiterung der Entsäuerungsanlage, das Herzstück der Trinkwasseranlagen in Oberursel, haben die Stadtwerke Oberursel heute im Beisein von Jürgen Funke, Geschäftsführer der Stadtwerke Oberursel (Taunus) GmbH), Thorsten Schorr, Kämmerer der Stadt Oberursel (Taunus), Dieter Gredig, Technischer Leiter der Stadtwerke Oberursel (Taunus) GmbH, Siegfried Thiel, Bauleiter des Planungsbüros H2U aqua.plan.Ing-GmbH, sowie Reiner Lux, Projektleiter der ausführenden Firma für die Verfahrenstechnik W.E.T. Wasser.Energie.Technologie GmbH, heute die großen technischen Komponenten über das Dach in das neue Betriebsgebäude eingebracht.

Die Erweiterung der Entsäuerungsanlage umfasst einen fünften Filter, der für eine Entlastung der vorhandenen vier Filter sorgt. Zudem wird eine Ultrafiltrationsanlage eingebaut. Diese filtert mit ihrer sehr kleinen Maschenweite und der großen Fläche des Membranfilters alles aus dem Rohwasser heraus, was größer als 0,00001 Millimeter ist - somit auch Bakterien und Viren.

Somit kann zukünftig auf die bisher nachgeschaltete Desinfektion mit Chlordioxid verzichtet werden. Außerdem wird das vorhandene Rohwasser so zukünftig besser genutzt, weil die Aufbereitung unabhängig von im Wasser gelösten Huminstoffen sein wird. Diese Stoffe sind für hohe Trübungswerte verantwortlich, die vor allen Dingen durch Starkregenfälle entstehen. Zukünftig kann das Rohwasser durch die Filtration effizienter zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Behälter aus Stahl über das Dach eingebracht

Der Entsäuerungsfilter als größtes Bauteil aus Stahl mit einem Leergewicht von etwa 11 Tonnen, einem Inhalt von 31.630 Liter, einen Durchmesser von 3,20 Meter und einer Höhe ohne Füße von 4,40 Meter konnte nur über das Dach mit einem Kran in das Gebäude hinein gehoben werden. Weitere Behälter aus Kunststoff und die Ultrafiltrationsblöcke wurden bzw. werden ebenfalls noch im Laufe dieser Woche in das Gebäude eingebracht. Wenn alle Anlagenkomponenten ihren Platz im Gebäude eingenommen haben, werden diese entsprechend mit Rohren verbunden. Im Anschluss hieran werden die Elektrotechnik, Steuer- und Regelungstechnik mit allen Sensoren sowie alle aktiven Bauteile installiert.

Es ist geplant, die Anlage bis Frühjahr 2019 fertig zu stellen, die Inbetriebnahme erfolgt dann nach einem festgelegten Procedere im Anschluss hieran.

Warum muss das Rohwasser entsäuert werden?

Die Entsäuerungsanlage hat die Aufgabe, das sehr weiche und saure Rohwasser in ein sogenanntes Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht zu bringen. Das Rohwasser wird hierfür über ein Filterbett aus Kalkgestein geführt und sorgt dafür, dass der pH-Wert des Trinkwassers angehoben und Magnesium und Calcium zugeführt werden. Diese sind notwendig, damit sich Schutzschichten bilden können, die die Rohr- und Betonoberflächen schützen.

Die Stadtwerke Oberursel investieren insgesamt mehr als drei Millionen Euro in die Erweiterung der ESA Hohemark und damit in die Verbesserung der Trinkwasserqualität in Oberursel.

 

Der fünfte Filter der Entsäuerungsanlage Hohemark wird über das Dach in den neuen Erweiterungsbau eingebracht.Fotografin: Andrea Königslehner
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