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Wasser-Wanderungen: Bürger*innen interessieren sich für Weg des Oberurseler Trinkwassers

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(vom 24.06.2019)

Anlässlich des gestrigen bundesweiten „Tag der Daseinsvorsorge“ führte die Stadtwerke Oberursel (Taunus) GmbH bei sommerlichen Temperaturen zwei öffentliche zweistündige Gratis-Wasserwanderungen durch. Der Weg führte über verschiedene Stationen, an denen Wissenswertes über die Wasseraufbereitung und -versorgung im Stadtgebiet Oberursel vermittelt wurde.

„Kann man das Oberurseler Leitungswasser denn bedenkenlos trinken?“, war eine der Fragen der 50 Teilnehmer*innen. „Ja klar, deswegen heißt es ja auch Trinkwasser“, antwortete Henry Oestreich, Leiter des technischen Betriebshofs der Stadtwerke Oberursel.

Um solche Vorbehalte auszuräumen und über die Aufbereitung, Verteilung und Qualität des Oberurseler Trinkwassers zu informieren, boten die Stadtwerke Oberursel erstmalig am bundesweiten „Tag der Daseinsvorsorge“, der gestern zum dritten Mal stattfand, zwei „Wasserwanderungen“ an. Die Wander*innen aller Altersstufen folgten interessiert den Ausführungen von Henry Oestreich.

Los ging es am größten Wasserhochbehälter des Versorgungsgebiets, dem Hochbehälter Borkenberg. Dieser fasst in beiden Wasserkammern die zweifache Menge des Tagesbedarfs der Oberurseler Bevölkerung: insgesamt 14 Millionen Liter Wasser, das in den bis zu sieben Meter tiefen Becken immer in Bewegung ist. Insgesamt werden rund 24.000 m³ sauberes Trinkwasser in den sieben Wasserhochbehältern des Versorgungsgebietes (Gesamtlänge des Rohrnetzes: 288 km) vorgehalten, das entspricht circa 200.000 Badewannenfüllungen.

Bevor die Wandergruppe jedoch die Wassermengen im Hochbehälter bestaunen durfte, ging es mit einem kleinen Bus zur Entsäuerungsanlage „ESA Hohemark“. Hier wird das Oberurseler Rohwasser, das aus eigenen Quellen und Schürfungen des Taunus kommt, entsäuert, gereinigt und aufgehärtet. Die Stadtwerke Oberursel investieren aktuell insgesamt mehr als drei Millionen Euro in eine Erweiterung der ESA Hohemark und damit in die Verbesserung der Trinkwasserqualität in Oberursel.
Die Erweiterung der Entsäuerungsanlage umfasst einen fünften Filter, der für eine Entlastung der vorhandenen vier Filter sorgt. Zudem wird eine Ultrafiltrationsanlage eingebaut. Diese filtert mit ihrer sehr kleinen Maschenweite und der großen Fläche des Membranfilters alles aus dem Rohwasser heraus, was größer als 0,00001 Millimeter ist - somit auch Bakterien und Viren.
Somit kann zukünftig auf die bisher nachgeschaltete Desinfektion mit Chlordioxid verzichtet werden. Außerdem wird das vorhandene Rohwasser so zukünftig besser genutzt, weil die Aufbereitung unabhängig von im Wasser gelösten Huminstoffen sein wird. Diese Stoffe sind für hohe Trübungswerte verantwortlich, die vor allen Dingen durch Starkregenfälle entstehen. Zukünftig kann das Rohwasser durch die Filtration effizienter zu Trinkwasser aufbereitet werden.

Nach der Besichtigung der Wasseraufbereitungsanlage ging es zu Fuß bei strahlendem Sonnenschein zum Pumpwerk Schönberg. Da die im Wasserbeschaffungsverband Taunus zusammen geschlossenen Gemeinden, wie Kronberg und Königstein, sich nicht vollständig mit eigenem Wasser versorgen können, werden diese Gemeinden je nach Bedarf mit Oberurseler Trinkwasser versorgt. Weil das Wasser auf dem Weg dorthin einen Höhenunterschied überwinden muss, wird es mit neuesten Pumpen, mit Fernwirktechnik über Computer gesteuert, dorthin gepumpt.

Nach den interessanten Ausführungen und einem Schluck kühlendem Trinkwasser ging es zurück zum Hochbehälter Borkenberg, dem größten Wasserhochbehälter des Versorgungsgebietes. „Die großen Wasserbecken und dicken Rohre im Hochbehälter waren sehr beeindruckend und die Ausführungen des Stadtwerke-Mitarbeiters sehr spannend und aufschlussreich“, war eine der vielen positiven Stimmen.

Informationen zum Tag der Daseinsvorsorge

Der Tag der Daseinsvorsorge findet jedes Jahr am 23. Juni statt und wird vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) koordiniert. Rund um diesen Tag machen deutschlandweit zahlreiche kommunale Unternehmen verschiedener Branchen mit unterschiedlichen Aktionen und Angeboten auf die Bedeutung ihrer Leistungen für die Sicherung guter Lebensqualität aufmerksam. International ist der Tag als „Public Service Day“ bekannt.

Am gestrigen Sonntag fand der Tag der Daseinsvorsorge zum dritten Mal statt.

Interessiert folgen die Wanderer den Ausführungen von Henry Oestreich.

Einblicke gab es auch in die neue Ultrafiltrationsanlage der ESA Hohemark.

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